Die Kartoffeln

Unsere Kartoffeln 2017

Am 30.September, gerade rechtzeitig zu Erntedank, haben wir die letzten Kartoffeln (Agria) gerodet.

Nach der Pflanzung im April waren die Bedingungen für die jungen Pflanzen erst einmal ziemlich ungünstig: es war lange kalt und trocken. Als es dann endlich warm wurde, tauchten rasch die ersten Kartoffelkäfer auf und begannen, die Pflanzen zu ärgern. Das viele Wasser im Juli ließ alles üppig wachsen, leider auch den Erreger der Krautfäule, so daß die Kartoffelpflanzen zu Beginn der Getreideernte bereits abgestorben waren.

Auch die Rodesaison verlief alles andere als erfreulich. Die Böden waren ständig zu naß, die Wildkräuter auf den Dämmen wuchsen in die Höhe und ständig kam neuer Regen. Wir haben die Kartoffeln in diesem Jahr absätzig gerodet. Das heißt, wir haben sie zunächst mit einem Schwadleger aus dem Boden gerodet und in einer Linie auf dem Acker abgelegt. Nach einer bis zwei Stunden, während denen die Knollen abtrocknen und sich erwärmen konnten, wurden sie dann  durch den mit einer Schwadaufnahme ausgestatteten Kartoffel-roder aufgesammelt und von unseren fleißigen HelferInnen auf der Maschine vorsortiert. Durch den aufgrund der Feuchte kaum siebfähigen, schweren Boden und den hohen Wildkrautbesatz kam das Verfahren hart an seine Grenzen, letztendlich sind die Kartoffeln dann aber doch, in Holzkisten gefüllt, fein säuberlich gestapelt in unserem Kartoffellager in Hachum gelandet, wo wir sie ab jetzt wöchentlich sortieren.

Sie sehen, die Kartoffeln haben in diesem Jahr ganz schön was erlebt, bevor wir sie Ihnen nun anbieten können.

Wir haben in diesem genau wie im letzten Jahr fünf Sorten für Sie angebaut, zwei feste, zwei halbfeste und eine mehlige:


Allians
festkochend, langoval, gelbfleischig

Gesund im Anbau, tiefgelbes Fruchtfleisch und ein super Geschmack.

Ein kleiner Wermutstropfen: aufgrund ihrer länglichen Form verstopfen sie ständig die Siebe unserer Sortieranlage und eine Person muß permanent die in den Sieben feststeckenden Kartoffeln rausziehen. Aber damit müssen Sie sich ja nicht rumschlagen…

Ditta
festkochend, oval, gelbfleischig

ist im Anbau und im Lager völlig unproblematisch. Ditta braucht ein bißchen Lagerzeit, bis sie sich geschmacklich voll entfaltet, braucht dann aber keine Konkurrenz zu fürchten. Typische Einkellerungskartoffel

Laura
vorwiegend festkochend, rotschalig, gelbfleischig

Gute Einkellerungskartoffel.
Das Fleisch ist tiefgelb und der Geschmack wird vom Züchter als „cremig“ beschrieben, was es unserer  Meinung nach ziemlich gut trifft. Leider verliert Laura ihre schöne rote Schalenfarbe beim Kochen, das Gelb des Fleisches bleibt aber erhalten. Sie liegt in der  Kochfestigkeit zwischen den festen Sorten und der eher mehligen Agria, wird aber mit  zunehmender  Lagerdauer fester.

Agria
vorwiegend mehlig, rund, helles Fleisch

Ausgezeichnete Einkellerungskartoffel mit intensivem Geschmack. Große Knollen. Aufgrund ihres hohen Stärkegehaltes ist sie nach der Ernte mehlig, wird mit zunehmender Lagerdauer aber fester.


Talent
mehlig kochend

die glattschaligen Knollen bleiben auch im Lager mehlig. Wir haben sie im letzten Jahr erstmalig angebaut und eingelagert und sind zufrieden mit ihren Talenten.

Alle Kartoffeln erhalten Sie an unseren Marktständen und im Hofladen lose, in 2,5 kg-Säckchen und in 12,5-kg-Säcken.

Möchten Sie Kartoffelsäcke am Markt abholen, bitten wir um Vorbestellung unter 05332 3547.

Ab Hof gibt es  ab November auch wieder günstige Futterkartoffeln in 25-kg-Säcken geben. Dabei handelt es sich um die Kartoffeln, die wegen Beschädigungen oder Fraßstellen aussortiert werden bzw. zu groß oder zu klein für  die Vermarktung als Speisekartoffeln sind. Die verschiedenen Sorten sind in den Säcken meist gemischt.

Abschliessend noch ein paar Worte zum
Anbau unserer Kartoffeln:

Da wir unsere Kartoffeln – im Gegensatz zu vielen anderen Biobetrieben – nicht mit Kupfer spritzen, hängt unser Kartoffelertrag maßgeblich vom Witterungsverlauf ab: unter feuchten Bedingungen findet die Krautfäule ( ein Pilz namens Phytophtora ) gute Bedingungen und läßt das Kraut absterben, die Knollen bleiben klein. Ist der Sommer hingegen trocken, behalten die Pflanzen lange Ihre produktive Blattmasse und können dementsprechend große Knollen bilden.
Dieses Jahr war es so nass, dass die Kartoffeln im Boden nicht abtrockneten. Sie müssen aber trocken in die Kisten gelangen, um die Ausbreitung von Fäulnis zu verhindern. Deshalb fügten wir dieses Jahr einen zusätzlichen Arbeitsschritt in die Ernte ein: zuerst wurden sie aus dem Boden gerodet und im Schwad auf dem Feld abgelegt. Wenn sie trocken waren, wurden sie mit dem Roder aufgenommen, vorsortiert, in unserem Kartoffellager in Hachum eingelagert und bevor sie abgesackt wurden, nochmal durchsortiert.

Beikräuter halten wir durch rein mechanische Maßnahmen wie Striegeln und Häufeln in Schach, Kartoffelkäfer und Blattläuse traten zwar auf, wurden aber vom Ökosystem so weit reguliert, daß sie keinen nennenswerten Schaden anrichteten.