Die Fruchtfolge

Die Fruchtfolge in unserem Ackerbau


Unter dem Begriff Fruchtfolge versteht man den Wechsel veschiedener Kulturen auf einem Acker über mehrere Jahre hinweg.

Die Fruchtfolge erfüllt wichtige Aufgaben:

  • Dadurch, dass nicht jedes Jahr dieselbe Kultur angebaut wird, wird der kulturspezifische Schädlingsdruck reduziert. Je länger der zeitliche Abstand zwischen der gleichen Kultur, desto schlechtere Chancen haben auf diese Kultur spezialisierte Schädlinge.
  • Die durch den Wechsel zwischen Sommerung und Winterung entstehenden Anbaupausen können zur Unkrautbekämpfung, zum Anbau von Zwischenfrüchten und für eine angepasste Bodenbearbeitung genutzt werden.
  • Der Wechsel zwischen Halmfrüchten, Hackfrüchten und Feldfutterbau sowie der Anbau von Zwischenfrüchten dienen der Unkraut- und Schädlingsbekämpfung und der Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit.

Die Äcker des Lindenhofs werden auf Basis einer 7-jährigen Fruchtfolge bewirtschaftet.

1. und 2.  Jahr:
Rotklee – Luzerne – Gras („Kleegras“)

Klee und Luzerne sammeln mit Hilfe von Knöllchenbakterien, die an ihren Wurzeln leben, Stickstoff aus der Luft. Dieser Stickstoff steht nach dem Umbruch der Folgekultur zur Verfügung.
Durch den dichten Wuchs werden vor allem Wurzelunkräuter wirksam unterdrückt.
Kleegras nutzen wir für Heu oder als reine Gründüngung.

3. Jahr: Weizen

Der Weizen nach dem Kleegras kann aus dem Vollen schöpfen: der Boden ist reichlich mit Stickstoff versorgt und relativ frei von konkurierenden Unkräutern.
In der Regel erreicht der Weizen ausreichend hohe Eiweißgehalte, um als Backweizen Verwendung zu finden. Andernfalls bieten wir ihn als  Futterweizen an.

4. Jahr: Kartoffeln oder Hafer

Vor den Kartoffeln bauen wir in der Regel eine Zwischenfrucht an, die verhindern soll, dass der noch vorhandene Stickstoff im Winter ausgewaschen wird.  Ansonsten müssen die Kartoffeln mit dem auskommen, was der Weizen übrig gelassen hat.
Auf den schwereren Böden können wir keine Kartoffeln anbauen, hier steht im 4. Jahr Hafer – Spelzhafer als  Futtergetreide bzw. Nackthafer als Speisegetreide.

5. Jahr: Ackerbohnen

Die Körnerleguminosen reichern den Boden, genau wie Klee und Luzerne, wieder mit Stickstoff an. Vor allem die Ackerbohnen mit ihren tiefgehenden Wurzeln lockern den Boden überdies auf biologische Art und hinterelassen einen wunderbar feinen Boden.
Die Ackerbohnen werden als Tierfutter vermarktet.

6. Jahr: Dinkel

Dinkel ist in unserer Region immer noch ein Exot. Aufgrund seines hohen Gehaltes an Klebereiweiß eignet er sich hervorregend zur Herstellung von Backwaren. Der Ertrag ist allerdings deutlich niedriger als beim Weizen.
Dinkel drischt nicht frei, sondern zerbricht beim Drusch in sogenannte Vesen. Vor der Verarbeitung muss er deshalb geschält werden, wobei als „Abfallprodukt“ der Dinkelspelz anfällt.

7. Jahr: Roggen

Im letzten Jahr der Fruchtfolge steht der Roggen. Durch sein feines Wurzelsystem kann er die noch vorhandenen Nährstoffe ausnutzen und hinterläßt einen „leeren“ Boden. Unkräuter haben gegen den langhalmigen konkurrenzstarken Roggen kaum eine Chance.

Und dann geht es mit Kleegras wieder von vorne los!